Transport in Steinbrüchen

Clusteranalytische Untersuchung deutscher Festgesteinsgewinnungsbetriebe zur Quantifizierung ökonomischer und ökologischer Anwendungspotenziale für verschiedene Transporttechnologien

In Deutschland existieren ca. 1.000 Festgesteinstagebaue mit individuellen Strukturen und teilweise erheblichen Unterschiedenen hinsichtlich geometrischer Ausprägung und Betriebsführung. Dennoch wird aktuell in über 90 % dieser Betriebe die gleiche Technologie zur Realisierung des innerbetrieblichen Transports eingesetzt. Das Gestein wird dabei durch diskontinuierlich arbeitende, dieselbetriebene Muldenkipper von der Ladestelle bis zum Vorbrecher am Tagebaurand transportiert.

Der Transport stellt in der Festgesteinsgewinnung mit über 40 % den größten Energieverbrauchsposten. Obwohl zudem bekannt ist, dass durch die Substitution der Muldenkipper durch kontinuierlich arbeitende, elektrisch betriebene Bandanlagen bis zu 80 % Totlast eingespart und lokale Emissionen vermieden werden können, werden Bandanlagen nur in Ausnahmen als Transportalternative berücksichtigt. Dies liegt darin begründet, dass für die häufig kleinen Betriebe ein enormes unternehmerisches Risiko aus der praktischen Erprobung einer für das Anwendungsgebiet neuen Technologie resultiert und derzeit weder ein Benchmark noch charakteristische Referenzbetriebe existieren.

Mit dem Ziel, die beschriebene Risikobarriere zu überwinden und allgemeine Restriktionen für den Einsatz von Bandanlagen zu definieren, werden im Forschungsprojekt die Potenziale für den Einsatz unterschiedlicher Transporttechnologien in deutschen Festgesteinstagebauen untersucht. Auf Basis einer clusteranalytischen Untersuchung des Anwendungsgebietes werden die Einsatzparameter unterschiedlicher Transportverfahren in verschiedenen clusterspezifischen Referenztagebauen berechnet. Aus dem Vergleich der Einsatzparameter können ökologische und ökonomische Potenziale für den Einsatz der Transportverfahren abgeleitet und auf die realen Tagebaue eines Clusters übertragen werden.