Exkursion Deutschland/Österreich/Italien/Frankreich 2014

Im September 2014 unternahm das BBK I eine Exkursion durch Deutschland, Österreich, Italien und Frankreich. Innerhalb von 18 Tagen haben wir 14 interessante Ziele besucht, dazu gehörten verschiedene Tagebaue, untertägige Bergwerke, Zulieferfirmen und historische Bergbaugebiete. Alle besuchten Ziele sind in der folgenden Abbildung dargestellt.

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Reiseabschnitt Deutschland (Nord/Ost)

Am 31.08.2014 wurde zunächst das Werk Sigmundshall der K+S Kali GmbH, in dem sowohl Sylvinit (1,1 Mio. t/a) als auch Hartsalz (1,2 Mio. t/a) gefördert werden, befahren. Am nächsten Tag folgte eine Befahrung des Endlagerbergwerks Konrad:

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Auch die „Steinexpo“ wurde besucht. Wie jedes dritte Jahr fand die Messe in Europas größtem Basaltsteinbruch “Hochberg“ der Mitteldeutschen Hartstein-Industrie AG in Homberg (Nieder-Ofleiden) statt. Nach dem Besuch der Steinexpo, haben wir das Kaliwerk Hattorf-Wintershall befahren. Die Werke Hattorf und Wintershall sind ein Teil des Verbundwerkes Werra, welches von der K+S Kali GmbH betrieben wird.

Im Mitteldeutschen Braunkohlerevier befuhren wir den Großtagebau Vereinigtes Schleenhain. Um der Veredelungskette der Kohle zu folgen, erhielten wir am Nachmittag eine Führung in der Brikett- und Staubfabrik. Weiterhin wurde das „Glückauf“ Bergwerk in Sonderhausen (GSES mbH) befahren. Hier wird seit 2005 ausschließlich Steinsalz für den Straßenwinterdienst gefördert. Außerdem wird hier eine Unter-Tage-Deponie der Klasse IV betrieben.

Reiseabschnitt Österreich

Nach der Ankunft in der Steiermark folgte eine Fahrt durch das historische Bergbaugebiet „Steirischer Erzberg“ bei Leoben. In der folgenden Abbildung ist der Steirische Erzberg über der historischen Altstadt von Eisenerz zu erkennen:

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Auf den historischen Einblick folgte am nächsten Tag direkt eine Befahrung in eines der größten Untertagebergwerke Österreichs, das Magnesitbergwerk Breitenau. Neben dem Betrieb im Tiefbau wird hier aber auch im Tagebau abgebaut. Wir setzten die Reise anschließend nach Kainach fort. Zunächst besuchten wir das Marmorbergwerk Kainach (Omya GmbH). Hier wird sowohl im Tagebau als auch untertägig Marmor gewonnen. Schon während der Anfahrt konnten wir deutlich die unterschiedliche Schichtung im Aufschluss des Tagebaus erkennen:

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Das in der steil einfallenden Lagerstätte eingesetzte Abbauverfahren, das Vertical Raise Mining, ist aufgrund seiner Einzigartigkeit für uns besonders interessant. Hierfür werden die zukünftigen Kammern zunächst mit einem Förderstollen unterfahren, von dem aus Querhiebe als Ladestellen aufgefahren werden. Für jede der steil stehenden Kammern wird von über Tage ein Raisebohrloch erstellt, welches in einem Querhieb mündet. Die Kammer kann nun von einer im Raisebohrloch installierten mobilen Arbeitsbühne aus hereingewonnen werden.
Am selben Tag erfolgte der Besuch des nahegelegenen Marmorsteinbruch, betrieben von Alpha Calcit. Auch am Folgetag wurde ein Marmorwerk befahren. Nach dem „Erzberg“ ist der besuchte Tagebau Gummern (Omya GmbH) der zweitgrößte Tagebaubetrieb Österreichs.

Das Scheelitbergwerk Mittersill (Wolfram Bergbau Hütten AG) stellte eine weitere Gelegenheit dar, die Vielfalt des alpinen Bergbaus kennenzulernen. Unter anderem wegen der variierenden Mächtigkeit und Standfestigkeiten gelangen in Mittersill sowohl der klassische Kammerbau, wie auch Teilsohlenbruchbau mit Versatz und Teilsohlenweitungsbau mit Versatz zum Einsatz. Durch das Einbringen von Bergeversatz können die Auswirkungen auf die Tagesoberflächen verringert werden.

Reiseabschnitt Italien

In Südtirol wurde das Marmorwerk Vipiteno der Omya AG befahren. Hier wird hochqualitativer Marmor in großen Kammern untertägig abgebaut. Am Stollenmundloch des Bergwerkes hatten wir auch die Möglichkeit für ein schönes Gruppenfoto mit der heimischen Tierwelt:

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Direkt nach dieser Etappe fuhren wir weiter in Richtung des Schneeberges. Der Schneeberg mit der 2700 m hohen Schneebergscharte ist ein historisches Bergbaugebiet zwischen dem Ridnauntal und dem Passeiertal. Am Schneeberg wurden seit dem Jahr 1237 unterschiedliche Erze gewonnen. Um einen Eindruck von dem gesamten Gebiet und auch der besonderen Schwierigkeiten der Zugangs und Transport zu erhalten haben, haben wir uns auf eine Wanderung bis zur Knappensiedlung St. Martin entschlossen:

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Der Abstieg erfolgte nach Übernachtung in der Schutzhütte größtenteils unter Tage:

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Reiseabschnitt Frankreich

In Colmar im Elsass besuchten wir die Werke der Liebherr France SAS. Neben den Hyraulikbaggern für den Bereich Bergbau werden hier auch kleinere Fahrzeuge für die Erdbewegung produziert. Neben der Besichtigung der Werke hatten wir hier auch die Möglichkeit mit Vertretern der Geschäftsführung über die Auswirkung der Bergbaukrise auf die Zulieferbranche zu diskutieren.

Reiseabschnitt Deutschland (Süd/West)

Zurück in Deutschland wurde das Steinsalzbergwerk Heilbronn befahren. Im Gegensatz zu den zuvor besichtigten Salzbergwerken wird hier ausschließlich Steinsalz gewonnen. Neben der Gewinnung wird auch eine Untertagedeponie betrieben.

Unsere letzte Etappe führte in das Bergwerk Hüttenheim der Knauf Gips AG.